Bäume im Moor
 
Spirke

Spirke (Pinus rotundata) im Rehdener Geestmoor

Eberesche

Eberesche (Sorbus aucuparia) am Diepholzer Moor-Erlebnispfad

01.05.08 006

Moorbirke (Betula pubescens) im Heeder Moor

Faulbaum

Faulbaum (Rhamnus frangula)

EBERESCHEN

Ebereschen – noch nicht ganz rot
von jenem Farbton, wo sie sich entwickeln
zu Nachglut, Vogelbeere, Herbst und Tod.

Ebereschen – noch etwas fahl,
doch siehe schon zu einem Strauß gebunden
ankündigend halbtief die Abschiedsstunden:
vielleicht nie mehr, vielleicht dies letzte Mal.

Ebereschen – dies Jahr und Jahre immerzu
in fahlen Tönen erst und dann in roten
gefärbt, gefüllt, gereift, zu Gott geboten –
wo aber fülltest, färbtest, reifest du - ?

[Gottfried Benn]
 

Die Heimat der europäischen Waldkiefer oder Föhre (Pinus silvestris) sind die felsigen und sandigen Standorte Mitteleuropas, Skandinavien, Polen, das Baltikum, Weißrußland und Sibirien bis nach Ostasien. Durch die Forstwirtschaft wurde sie in ganz Europa verbreitet. Ihre sehr große Standort-Toleranz erlaubt ihr das Überleben auch auf Dünensanden und Hochmooren. Seltener findet man in norddeutschen Hochmooren die Spirke (Pinus rotundata). Im Gegensatz zur Föhre ist sie ein echter Moorbaum. Ihre dichte und gedrungene Form erinnert an die an die Latschenkiefern des Hochgebirges. Die Spirke ist hauptsächlich in den Mooren Süd- und Ostdeutschlands verbreitet, tritt vereinzelt aber auch in Norddeutschland auf.

Unter den Birken unterscheidet man Weiß- und Moorbirke. Die Weißbirke (Betula pendula) wächst auf sandigen, steinigen trockenen Böden, Schutthalden, alten Gemäuern und Felsnischen. Die Moorbirke (Betula pubescens) hingegen braucht nasse und saure Böden. Sie ist der dominierende Baum der Hochmoore, kann sich aber in extremer Staunässe natürlicher und renaturierter Moore nur bedingt halten. In entwässertern Mooren jedoch breitet sie sich explosionsartig aus und kann sie binnen weniger Jahre in Birkenwälder verwandeln.

Die Eberesche (Sorbus aucuparia) hat ein ähnliches Verbreitungsgebiet wie die Birke. Die Eberesche bevorzugt nährstoffarme, saure Böden und gedeiht sowohl an den Rändern der Hochmoore, als auch an trockeneren Standorten. Im Gegensatz zur Birke ist sie entomogam (Insektenblüher). Auffallend sind ihre spätsommerlichen, leuchtend roten Früchte, die aber botanisch gesehen keine echten Beeren, sondern apfelartig sind. Diese “Vogelbeeren” sind gekocht eßbar. Im rohen Zustand enthalten sie die schwach giftige, bitter schmeckende Parasorbinsäure. Die Beeren werden aber nicht mehr als Wildobst genutzt.

Der Faulbaum (Rhamnus frangula) ist ein 1 bis 3 Meter hoher, in West- und Mitteleuropa zerstreut vorkommender Strauch. Er ist entomogam (Insektenblüher) und wächst besonders auf staunassen, sauren Böden, deshalb auch in Hochmooren. Seine Blüten sind sehr klein, grünlichweiß und unscheinbar. Er trägt eine beerenähnliche, giftige Steinfrucht, die zunächst grün ist und im Laufe der Reifung erst rot und dann schwarz wird. Dadurch weist der Strauch oft gleichzeitig rote und schwarze Beeren auf. Der Faulbaum ist in all seinen Teilen giftig. Frisch abgeschabte Rinde hat einen fauligen Geruch (daher der Name)

 

Kiefer

Seltenes Prachtexemplar einer Kiefer im Moor (Naturschutzgebiet Neustädter Moor)

© Otwin Skrotzki.

Webtipps:

Der “Baum des Jahres 2007” ist die Kiefer (pinus silvestris) Mehr.